10. Februar 2011

Daniel Domscheit-Bergs Co-Autorin Tina Klopp über die Zusammenarbeit im Tagesspiegel.
Kommentar von Daniel Bröckerhoff zu den jüngsten Verlautbarungen von WLCentral.
Erklärung des Kollegen Eisenberg, der Julian Assange vertritt, bei SPIEGEL ONLINE.
UPDATE: ARD-Doku „Weltmacht WikiLeaks“ in der Mediathek
Das Whistleblower-Netzwerk veranstaltet dieses Wochenende einen Kongress im Kunsthaus Rhenania in Köln namens „Der Kongress bloggt“. Es wird u.a. darüber diskutiert, inwiefern Blogger abseits der konventionellen Medien das Whistleblowing fördern können. Anwesend sind etliche Whistleblower und Blogger, unter anderem auch Nachdenkseiten.de. Eher unwahrscheinlich ist, das sich der ursprünglich angekündigte Whistleblower Rudolf Elmer dort sehen lässt, denn seit er kürzlich einem gewissen Australier eine CD überreichte, hat der Schweizer ein juristisches Problem. Statt einer spektakulären Show wäre die Übergabe durch ein anonymisierendes Submission-System wohl sinnvoller gewesen …
Zur Mentalität der Stadt Köln passend wird auf diesem Kongress nicht nur Pfeife und Trübsal geblasen, sondern auch gefeiert! Musiker,. Performance-Künstler und Kabarettisten runden das politische Programm ab. Da die rechtliche Position von Whistleblowern und deren Einzelschicksale alles andere als erfreulich sind, ist das ein durchaus nachvollziehbarer Ausgleich. Lacht kaputt, was euch kaputt macht!“

admin •

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7. Februar 2011
Der NDR macht sich über Maschis Zensurwünsche lustig: Nachdem das Landgericht Berlin Bildaufnahmen am Schluss kassierte und auch das Landgericht Köln lästig wurde, haben die Nordlichter den „Drückerkönig“ nach den Schnittwünschen des möglichen „Stalkingopfers“ Maschmeyer neu geschnitten. Wieder ein schöner Anlass für Panorama, den Streisandstreuer anzuwerfen …! ;-)
Auch das ZDF präsentierte sich solidarisch, und brachte den obigen Frontal-Beitrag.

admin •

18:10 •
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Das neulich erschienene Buch „Staatsfeind WikiLeaks“ der beiden SPIEGEL Autoren Marcel Rosenbach und Holger Stark hat mich positiv überrascht. Es ist ungeheuer spannend geschrieben, die Autoren sind sehr gut informiert und kommentieren überwiegend überzeugend. Viele Informationen waren auch für mich neu.
Obwohl die Autoren in der Medienwelt gut verdrahtet sind, sparen sie nicht mit Kritik an der zunächst schwachen Rezeption der Medien, welche sich beim Hubschrauber-Video und dem Afghanistan-Leak umgangen fühlten. Erstaunlich ist die Info über Mitarbeiter des Bundespresseamtes(!) die WikiLeaks zunächst für die Wikipedia hielten. m( Absolutes Armutszeugnis für die futterneidische Journaille war insbesondere, dass der Hellfire-Angriff auf ein Haus, der in der unredigierten Fassung des Hubschrauber-Videos zu sehen ist, offenbar von den meisten „Qualitätsmedien“ übersehen wurde.
Zu Staatsfeind WikiLeaks gibt es einen eigenen Twitter-Account. Autor Marcel Rosenbach twittert selbst gerade live vom Verfahren gegen Assange.
Ich kann das SPIEGEL-Buch absolut empfehlen, allerdings erscheint am Freitag ein weiteres Buch zum Thema, über das ich heute noch nichts verraten möchte.

admin •

13:46 •
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4. Februar 2011
Der Kollege Udo Vetter berichtet über den skurrilen Rechtsstreit eines Autors, der sich durch einen Google-Text unzutreffend beschrieben sieht. Der verkürzte Text in der Google-Suche, der eine Satire in der WELT betrifft, sei nicht als Satire erkennbar.
Wenn man bei Google etwas verbieten möchte, will man bei Googles für gewöhnlich Urteile oder einstweilige Verfügungen sehen, die gegen die eigentlichen Verbreiter ergangen sind. Hatte Sick aber nicht. Nun hat das Berliner Kammergericht dem Kläger recht gegeben. Das ganze Drama des Komödianten wird im Lawblog aufgeführt!
Mit Satire haben nicht nur Suchmaschinen so ihre Probleme, auch Gerichte bewerten manchmal satirisch eingekleidete Formulierungen trotzdem als Tatsachenbehauptungen, die dann vom Satiriker „zu beweisen sind“, was er ja logischerweise gar nicht kann. Umgekehrt gibt es Mitmenschen, die aus Satiren Ausschnitte zusammen klauben, die Pointen rauslöschen und dann dem Autor die satirisch gewählten Worte in den Mund legen. Aber auch gegen so etwas kann man sich juristisch wehren … ;)

admin •

20:06 •
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Die Leute von Commentarist.de waren der Meinung, dass das Vergleichen von Meinungen der Meinungsfreiheit unterfalle. Meinungs- und Pressefreiheit sind aber nicht so billig zu haben, wie man es bei Lektüre des Grundgesetzes annehmen könnte.
Der neue Journalismus-Aggregator sammelte die Kommentare und Kolumnen von den 16 größten deutschen Qualitätsmedien. So sollten die tagesaktuellen Meinungsstücke von mehr als 800 Journalisten der führenden deutschen Medien zusammengefasst und kategorisiert werden.
schreibt meedia. Damit isses jetzt erst einmal vorbei.
Tja, erinnert mich neben Perlentaucher an fefe, der mal den News-Agregator „Paperball“ programmiert hatte, um via Landgericht Hamburg dann beim Bundesgerichtshofs mit der Paperball-Entscheidung Rechtsgeschichte schreiben zu dürfen. Kurz darauf kam Google-News mit einem ähnlichen Service um die Ecke.
Toll, wie unsere Gerichte den Wirtschaftsstandort Deutschland ruinieren! Weiter so! Mehr davon!
3. Februar 2011
Durch einen geschickten Schachzug hat Kachelmanns Starverteidiger Schwenn das Klima im Gerichtssaal bereinigt und Alice Schwarzer ab sofort auf den Flur gesetzt. Denn Schwenn hat Schwarzer lässig zur Zeugin ausgerechnet der Verteidigung (!) gemacht … Schwarzer soll aussagen, dass sie einen Klönschnack mit einem streitbaren Gutachter hatte.
„Es wird sich die Einbindung der Zeugin Schwarzer und anderer Gleichgesinnter in dem öffentlichen Feldzug gegen Herrn Kachelmann erweisen.“
Die BILD-Zeitung muss sich nun einen anderen Boulevard-Star holen. Vielleicht Richterin Barbara Salesch?

admin •

20:59 •
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Nachdem im Netz auf geheimnisvolle Weise die Akten des Strafermittlungsverfahrens gegen Julian Assange inklusive Foto eines angeblich von ihm benutzten Präservativs aufgetaucht sind – zufällig einen Tag nach der Nominierung von WikiLeaks für den Friedensnobelpreis – wird der Fall langsam interessant.
Die Akten können eigentlich nur durch die Behörden oder die beteiligten Anwälte in Verkehr gebracht worden sein. Die beiden Frauen werden von einem Rechtsanwalt namens Claes Gustaf Borgström vertreten. Der Mann ist nicht irgendwer: Er ist nicht nur ein Politiker der schwedischen Sozis, sondern teilt sich die Kanzlei mit Thomas Lennart Bodström – einem ehemaligen schwedischen Justizminister.
Solche intimen Beziehungen zu Regierung und Justizapparat dürften denn auch äußerst zweckmäßig sein, wenn man ein bereits zweimal eingestelltes Verfahren wieder zum Laufen bringen will. Ob seinen Mandantinnen wirklich so viel daran liegt, ihr Sexualleben in der Öffentlichkeit weltweit auszubreiten? Dass sie sich etwa mit einem Herrn eingelassen haben, der Fragen der Körperpflege geringschätzt?
Oder ob das Ganze nicht etwa doch politische Hintergrund hat? Frau Ardin war ja einmal bekanntlich nach Kuba gereist, um dort – als sei sie von den USA bestellt – über Menschenrechte zu schreiben. Da mag Kuba, das sich durchgehend im Visier der US-Geheimdienste befand, so seine Probleme haben. Doch wenn man sich die medizinische und soziale Versorgung in Kuba vor Augen führt, würde manch ein US-Amerikaner, der nicht in den Geldadel geboren wurde, im Tausch seine Menschenrechte wohl relativieren wollen … Frau Ardin hätte in der Gegenwart überzeugendere Themen für Unmenschlichkeit finden können.
Was mich ja am meisten fasziniert, ist die Sammelleidenschaft beider Frauen für benutzte Präservative. Sammeln eigentlich alle Schwedinnen die Lümmeltüten, etwa als Trophäen? Oder werden die wiederverwendet? Oder handelt es sich gar um zwei besonders perfide Fälle von Samenraub?

admin •

17:43 •
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Im Schnitt alle zwei Wochen beschwert sich jemand – entweder per Mail oder per Motz in anderen Blogforen – dass man bei mir nicht kommentieren kann.
Ist doch ganz klar: Ich habe Angst davor, dass Stefan Niggemeier unter verschiedenen Pseudonymen mein Blog zuspamt! ;-)
Mal ernsthaft: Zur Effizienz der Kommentarfunktion hat einer der bekanntesten Blogger, der übrigens auch darauf verzichtet, eigentlich alles gesagt:
Ich halte es da mit Stephen Fry, der einmal sehr schön beschrieben hat, dass er im Internet immer die Hand vor Augen hat, so dass er nur die obere Hälfte des Bildschirms sehen kann, weil er voller Ekel an die Kommentare denkt, die zwangsläufig auch unter den schönsten Artikeln auftauchen. Ganz so schlimm ist die Situation zwar nicht in der Realität, aber ich sehe den Nutzen auch nicht. Zeitungen haben häufig Kommentarfunktionen, weil sie damit die Leser an ihre Site binden können, und damit sie mehr Werbeplätze verkaufen können. Das will ich ja gar nicht.
Fakt ist auch, dass man in Deutschland mit einem Bein in der Untersuchungshaft steht, wenn man eine unzensierte Kommentarfunktion anbietet. Die Haftungsfrage ist immer noch nicht endgültig so geklärt, dass der Forenbetreiber klar aus der Haftung genommen ist. Ich müsste also ständig, am besten rund um die Uhr, Kommentare lesen und freischalten, und dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Inhaltlich geht auch nichts verloren, finde ich, denn wenn ich einen Fehler gemacht habe oder es inhaltlich etwas Signifikantes hinzuzufügen gibt, dann kann man mir das ja per Email schreiben, und ich füge das dann hinzu.
Die Reaktion darauf ist zweigeteilt. Auf der einen Seite gibt es natürlich Leser, die gerne kommentieren würden. Auf der anderen Seite sieht man aber auch immer mehr Blogs, die ihre Kommentarfunktion ganz abschalten, weil sie keine Lust mehr auf den Stress haben. Ich persönlich klicke in anderen Blogs sehr selten auf die Kommentare, eigentlich nur wenn ich gerade Zeit totzuschlagen habe und auf der Suche nach billigem Entertainment bin. Dieser Mehrwert ist gering genug, dass ich mir dann für mein Blog das Problemfeld lieber gleich ganz spare.
Wir hatten mal für 24 Stunden die Kommentarfunktion von unserem Handelsvertreter-Blog.de aufgemacht, und aus Entsetzen ganz schnell wieder geschlossen.
Bei meinem Blog hier kommt noch hinzu, dass ich häufig zu kontroversen Themen schreibe und dabei etliche Feinde gewonnen habe, die mir in den Kommentaren Ärger machen würden.
- Ca. 50.000 Handelsvertreter sind sehr unglücklich mit meiner Google-mäßig gut aufgestellten Website finanzparasiten.de
- Eine ca. dreistellige Anzahl von hilfsbedürftigen Internetbewohnern mit exorbitantem Zeitvolumen, die sich selbsthilfemäßig in der Wikipedia organisiert haben, hat mich zu ihrer Nemesis erkoren
- Eine unbekannte Anzahl von Geheimdienstlern findet meine Telepolis-Artikel unpatriotisch
- Ich vertrete etliche Blogger, die sich kritisch zu Quacksalbern äußern
- U.a. in Hamburg gibt es Juristen, die mich aus unerfindlichen Gründen nicht mögen
- Etliche Ultraleicht-Piloten und die zugehörige Industrie sind nicht glücklich über mein AbsturzBlog
Den Blödsinn, den diese Leute in die Kommentare absondern würden, müsste ich dann zwangsläufig zensieren(!). Sollen die mal woanders ihr Mütchen kühlen. Das hat den Vorteil, dass ich die Betreiber solcher Foren dann abmahnen kann … :P
2. Februar 2011
Die CCC-Leute von „Alternativlos“ haben einen interessanten Podcast zum Thema Internet und Revolution in Ägypten etc. gemacht. Hörenswert wie unterhaltsam!
Eine Gruppe namens Telecomix versucht in Kooperation mit der Piratenpartei, die Internet-Zensur in Ägypten zu umgehen. Inzwischen wird gemeldet, Ägypten sei wieder online. Na dann: Herzlich willkommen zurück!