Laut netzpolitik.org hat Prof. „Internet“ Hoeren, selbst Richter am OLG Düsseldorf, bei der heutigen Anhörung der Enquette-Kommission mehr Internet-Kompetenz für das Landgericht Hamburg gefordert!
Wie stets in seiner Vorlesung forderte er:
“Geistiges Eigentum ist ein dummer Begriff, bitte verzichten Sie darauf”. Kampfbegriff der Preußen für dumme Politiker, damit die das irgendwie als Eigentum verstehen. Ist gefährlicher Begriff, gehen viele unreflektiert ran. Besser: Immaterialgüterrecht.
Außerdem sprach er sich insbesondere in seiner schriftlichen Stellungnahme gegen den fliegenden Gerichtsstand aus (der die Bedeutung von Hamburg erst ermöglicht hat).
Ich lese eigentlich ja eigentlich nur Sachbücher, denn Fiktion finde ich im Kino bequemer, zumal ich mich mehr für die Realität interessiere. Aber einmal im Jahr darf es dann auch mal ein Schlüsselroman oder ähnliches sein. Dieses Jahr fiel meine Wahl auf den Wirtschaftsthriller „Zero“, in dem es um einen Enthüllungsjournalisten geht, der einem Währungskomplott auf der Spur ist. U.a. 3sat hatte das Buch wärmstens empfohlen.
Im Mutterland der Pressefreiheit herrschen talibane Verhältnisse. Fotografen begehen Straftaten, wenn sie dem Strand zu nahe kommen.
Die Russen greifen stattdessen aus der anderen Richtung an: Mit einem U-Boot wurden von BP Aufnahmen gemacht, denen zufolge laut den russischen Auswertern die Lage noch ungleich schlimmer ist, als man es uns derzeit vormacht.
Und wieder füllt sich das Archiv mit einer Lüge, der die Pressekammer zeitweise Glanz verlieh. Der Doping-Experte Prof. Werner Franke, der gelegentlich in der Hamburger Pressekammer seine Ehre zu verteidigen suchte, hat eine Sorge weniger.
Franke hatte dem Tour-de-France-Sieger von 1997 in einem TV-Interview vorgeworfen, Ullrich habe dem spanischen Arzt Eufemiano Fuentes mindestens 35 000 Euro für den Kauf von Dopingmitteln gezahlt. Ullrich hatte das bestritten und ließ Franke die Behauptung, er habe Fuentes Geld für Doping überwiesen, per Einstweiliger Verfügung untersagen.
Nach etlichen Jahren darf der Professor seine zutreffende Meinung bald wieder sagen.
Zur Farce des angeblich staatsfernen ZDF kommentiert Peter Mühlbauer in Telepolis treffend. Praktisch jeder, der dort in den Gremien sitzt und angeblich nicht den Staat, sondern die gesellschaftlichen Gruppen repräsentiert, ist ein verdienter Parteifuzzi, der sich noch ein weiteres Frühstücksmandat hat zuschustern lassen: Sportfunktionäre, Vertriebene, Kirchenfürsten, …
Die Piratenpartei hatte im NRW-Wahlkampf vorgeschlagen, als Vertreter einer gesellschaftlich relevanten Gruppe einen Repräsentanten der Internetgemeinde zu entsenden. Der Chaos Computer Club wäre bereit gewesen, diese Aufgabe personell zu übernehmen. Leider ist das im Wahlkampf der Piraten (wie so vieles) völlig untergegangen.
Auf diesem Film hier, den ich nicht kommentieren möchte, sind ungepixelt zwei Tiere bei Aktionen im Bereich der Intimsphäre zu beobachten. Ob sie einverständlich handelten, weiß man nicht, weil der Frosch noch nicht befragt werden konnte. Was von dem ganzen wohl zu halten ist, muss ich unbedingt mal mit dem sachverständigen Bloggerkollegen Marko Dörre besprechen … ;)
Sollten sich dann mehr Historiker aktiv bei Wikipedia beteiligen?
Es gibt leider viele Gründe, die dagegen sprechen. Das Problem ist die Anonymität. Wenn ich anonym bleibe, kann ich zwar sagen, ich bin Experte, aber ich kann das nicht nachweisen. Dann kommt der nächste und sagt: ich bin auch Experte!
Auch wenn er vielleicht nur einen Volkshochschulkurs besucht hat. Und wenn ich die Anonymität aufgebe und meinen Namen hinschreibe, gewinne ich dadurch keine akademische Reputation und es kann sogar passieren, dass jemand nach mir irgendeinen Blödsinn in einen Text hineinschreibt und auf den ersten Blick sieht es so aus, als wäre das von mir. Da sehe ich ein ziemliches Risiko.
Ist das der Knackpunkt von Wikipedia – dass jeder Laie ein Besserwisser sein darf?
Es gibt da auch die Definition als „Diktatur der Zeitreichen“. Man braucht oft extrem viel Zeit, um sich bei einem Artikel durchzusetzen. Und das steht jemand aus dem akademischen Mittelbau einfach nicht durch. Es gibt viele Ausnahmefälle, und das ist sehr löblich. Aber im Moment könnte ich niemandem aus der Geschichtswissenschaft die Mitarbeit mit gutem Gewissen empfehlen.
Lange hatte man es als Verschwörungstheorie abgetan, Hacker wurden als paranoid angesehen, wenn sie sich bei der Telekommunikation durch die US-Geheimdienste abgehört fühlten. Es ist noch gar nicht so lange her, da war die bloße Existenz der NSA ein Staatsgeheimnis. Vor einem Jahrzehnt sah sich die Europäische Union veranlasst, die Existenz des ECHELON-Programms zu verifizieren.