Der Weg, den der Kollege Prof. Prinz wählte, ist bemerkenswert: So schrieb der Anwalt offenbar sämtliche ARD-Anstalten an. Die allerdings scheinen unbeeindruckt zu sein. Der Streisand-Effekt ist indes schon an der Arbeit.
DER SPIEGEL hat heute einen Artikel zu den Gebrechen von JFK gebracht, dessen Krankenakte nunmehr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. In dem Beitrag des SPIEGEL hätte sich allerdings gut gemacht, dass Kennedys Krankenakte keineswegs nur seinem engsten Freundes- und Beraterkreis bekannt war, sondern auch seinen erklärten Feinden – den ultrarechten Generälen im Pentagon. Ich zitiere aus meiner Lemnitzer-Biographie:
Wie die anderen Spitzen der Streitkräfte war auch der höchste Soldat Lemnitzer bei der Inaugurationsfeier des neuen Präsidenten zugegen, die mit allerhand militärischem Zeremoniell begangen wurde. Die ehemalige Garde der Militärs verfolgte die TV-Übertragung des Ereignisses gemeinsam, darunter Lemnitzers JCS-Vorgänger Admiral Arthur Redford. In diesem Kreis eingefleischter Kennedy-Hasser befand sich auch ein scheidender Arzt des Weißen Hauses, der Zugang zu den geheimen Krankenakten von FBI und Secret Service über den neuen Präsidenten hatte. Dieser kolportierte den Militärs Kennedys sorgfältig verborgenen Gesundheitszustand, etwa eine Nebenniereninsuffizienz, die ein morgendliches Hochspritzen mit Kortison erforderte. Die Vorstellung, dass der Präsident etwa nachts nicht einsatzfähig sein würde, erachteten die Krieger als unakzeptabel – und sollten sich schon bald bestätigt sehen.
Und wenn ich schon wieder einmal dabei bin, gleich noch ein anderes Zitat aus der Lemnitzer-Bio:
Der SPIEGEL behielt Lemnitzer seinerzeit vor allem als Advokaten für konventionelle Kriegsführung gegenüber der nuklearen Vergeltung in Erinnerung. Lemnitzer wollte wirklich keine nukleare Vergeltungsschläge – sondern einen Erstschlag. Zur Schweinebucht stellte der SPIEGEL 1998 fest, diese sei ein Fehler Kennedys gewesen, der nicht auf den Rat zur Luftunterstützung gehört habe. In Wirklichkeit hatte sie Kennedy von vorne herein ausgeschlossen, seine Berater hatten sie wider besseren Wissens für entbehrlich erklärt und dem Plan zugestimmt. Wenn der SPIEGEL das Kennedy Attentat anspricht, sieht das ungefähr so aus.
So begeistert war JFK von Anderson, der zu seinen Feinden zählte, dann wohl doch nicht. Eigentlich war Anderson im JSC als Nachfolger für den Chairman ausgekaspert worden, wurde jedoch von Kennedy übergangen. Anderson geriet während der Kuba-Krise wegen seinen Eigenmächtigkeiten mit McNamara aneinander und musste nach einer Schamfrist seinen Helm nehmen und Botschafter spielen. Für den beinahe höchsten US-Soldaten ist das wahrlich keine Wertschätzung. Der Zwischenfall mit McNamara wurde im Spielfilm „13 Days“ aufgegriffen, der auf Robert Kennedys gleichnamigem Buch basiert.
Auf dem Chaos Computer Congress in Berlin traf ich die US-Kollegin Tiffany Rad, eine Hackerin und Professorin. Auf dem Kongress hielt sie einen Vortrag u.a. über „Jurisdiction Hopping“. Sich lästigen Rechtsordnung durch Platzierung des Informationsangebots in anderen Rechtsordnungen zu entziehen, wer tut denn so was … ;-)
Sie erzählte mir, dass der deutsche Zoll ihren Computer aufzumachen versuchte, was ihr schon an diversen Flughäfen passiert sei. Die Kiste war natürlich fachfrauisch gesichert.
Bei ihrem Berlinbesuch wurde die Hackerin jedoch selbst Opfer der Maschinen: Die Lufthansa verschlampte ihr Gepäck, was die Amerikanerin zu Tiraden auf Twitter veranlasste. Vermutlich zog auch das Gepäck andere Rechtsordnungen als die hiesige vor …
THEN, AS NOW, WE TOOK NO POSITION ON THESE ARAB AFFAIRS.
Das war die US-Position, aber als der Saddam dann tatsächlich Kuawait im Handstreich okkupierte, wollte sich die US-Botschafterin Glaspie nicht mehr an ihr Placet erinnern. Iran angreifen gut, Kuwait angreifen böse.
Assange hat inzwischen einen weiteren namhaften Fürsprecher: Robert Meeropol, der Sohn der Rosenbergs, die unter rechtsstaatlich höchst fragwürdigen Umständen in den USA der McCarthy-Ära wegen „Spionage“ hingerichtet wurden, setzt sich für Assange ein.
Die Verfassungshüter hoben dieses Verbot nun auf, weil es zu allgemein gefasst sei und damit „unverhältnismäßig“ in die Meinungsfreiheit des Neonazis eingreife. Die Einstufung einer Position als „rechtsextremistisch“ sei eine „Frage des politischen Meinungskampfes“ und unterliege damit sich wandelnden politischen und gesellschaftlichen Einschätzungen, begründete das Gericht seine Entscheidung.
schreibt SPON.
Der erstmals wegen entsprechenden Veröffentlichungen (wohl aber offenbar wegen Volksverhetzung) belangte Beschwerdeführer sah seinen Anspruch auf Resozialisierung verletzt, wozu offenbar auch die Äußerungsfreiheit zu entsprechenden Themen gehört.
Lieber lese ich solche Urteile mit Bauchschmerzen, als dass ich Zensur ertragen wollte. Ich verweise an die jüdischen Rechtsanwälte der ACLU, die Neonazis vertreten, weil ihnen die Meinungsfreiheit ein wichtigeres Gut ist als Befindlichkeiten.
Auch Tunesien hat so seine Probleme, wenn es um Meinungs- und Pressefreiheit geht. Nunmehr wird auch in Tunesien die staatliche Zensur durch das Internet infrage gestellt.
Als ersten hat es den Rapper Ice T erwischt, der ein Problem mit Polizisten hat, die Probleme mit Männern haben, die ihr Haar lang tragen. Selbst das Landgericht Hamburg soll in dem Punkt jedenfalls moderate Maßstäbe pflegen …
Daniel Domscheit-Berg, bekannt als ehemaliger deutscher Sprecher von WikiLeaks, hielt auf dem Choas Comupter Congress ad hoc zwei Vorträge. Zum einen sprang er für eine verhinderte Referentin ein, um IMMI vorzustellen. Zum anderen entschloss er sich, eine Präsentation zum neuen Projekt OpenLeaks zu machen.
Der Kollege Eisenberg hat dem FREITAG ein Interview zur Berichterstattung über Sexaffären von Politikern gegeben. Was der Kollege da im vorletzten Abschnitt über unsere schnuckelige Familienministerin äußert, das würden sich die wenigsten Medienanwälte trauen. Ich zitiere es vorsichtshalber mal nicht … ;-)
Zwischen den Jahren gibt es für einen echten (oder falschen) Nerd keinen interessanteren Platz als das Berliner Congress Center, wo nunmehr der 27. Chaos Computer Congress über die Bühne geht.
Hatte letztes Jahr bereits der erste Tag mit dem inzwischen legendären WikiLeaks-Talk einen einen Höhepunkt gesetzt, so ging es auch diesmal gleich rasant los. Zwar verpasste ich winterbahnbedingt den Whistleblower-Talk, zu dem ich aus mehreren Gründen enge Bezüge habe, aber ich kann ihn ja hoffentlich bald im Netz nachholen.
Eine Debatte zum Thema Netzneutralität, die einige mir neue Argumente bot, wurde vom Deutschlandfunk live übertragen.
Die Leute vom AK Vorrat und Kollegen aus Holland, Polen und Ungarn referierten über die eigenartigen Pläne von Censilia Malmstroem. Darf man den präsentierten Statistiken glauben, hat die Vorratsdatenspeicherung keinen messbaren Effekt auf die Aufklärungsquote. Solche Datenhaufen laden aber etwa die Dienste zum Missbrauch ein. Um einen Verfassungsrichter zu zitieren: „Wo ein Trog ist, bleiben die Schweine nicht aus.“ Durch exzessive Vorratsdatenspeicherung sind übrigens genügend Leute unschuldig in Verdacht geraten bzw. Opfer von ungerechtfertigten Abhörmaßnahmen geworden.