Von Links und rechtsfreien Räumen
Zum Jubiläum von TELEPOLIS habe ich eine launige Rückschau auf 15 Jahre Rechtsgeschichte des Internets gehalten.
Teil 1: Das unentdeckte Land (1996 -1998) Teil 2: Das Urheberrechts-Imperium schlägt zurück (1999-2001) Teil 3: Schluss mit lustig! (2002 bis 2004) Teil 4: Gefährliche Einrichtungen (2005 bis 2007) Teil 5: Das Netz ergreift Partei (2008 bis 2010)
Es versteht sich von selbst, dass dieser kursorische Streifzug nur eine subjektive Auswahl darstellt.
Bei der TELEPOLIS-Party am Samstag in München erinnerte TAZ-Mitbegründer Matthias Bröckers daran, dass ihn die Mainstreampresse vor knapp einem Jahrzehnt mit dem Argument bashte, er nutze zum Recherchieren das Internet, ein damals pauschal als unseriös geltendes Medium. Sein Buchverleger hatte ihn seinerzeit aufgefordert, den Lesern zu erklären, was Google sei. Heute hingegen markiert das Internet die Minimal-Anforderung für einen Artikel. Mir gegenüber klagten Publizisten sogar, Journalisten würden heute keine Bücher mehr lesen - sie hätten doch Google ...
Im Internet werden allerdings lieber Tweets als lange Texte konsumiert. Wie ich auf der Party feststellen musste, haben selbst treue Leser meiner Beiträge meine Lemnitzer-Bio nicht gelesen, weil sie so lang sei. Tragisch, denn ich betrachte sie als meine bisher anspruchsvollste Arbeit für Telepolis.
Ursprünglich veröffentlicht unter
https://kanzleikompa.de/2011/05/30/von-links-und-rechtsfreien-raumen/
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