Liebe "Tatort"-Autoren,
wir hatten dieses Jahr bereits das Vergnügen, als ihr ohne Sinn und Verstand behauptet hattet, das Internet würde euch eurer literarischen Künste beraubmordkopieren. Gestern nun sah ich über mein GEZ-auslösendes neuartiges Rundfunkempfangsgerät den "Kieler Tatort" - und der war schon auf handwerklicher Ebene kriminell schlecht geschrieben.
Das Ableben des Herrn Barschel würde einem qualifizierten Autor, der ein Minimum recherchiert, beliebig viele Ansätze bieten. Selbst Trashfilmer Uwe Boll hatte das Thema schon 1993 verwurstet, die Idee ist also alles andere als originell. Aber der Boll ist anscheinend halbwegs beim Thema geblieben (nein, Boll-Filme sehe ich grundsätzlich nicht an).
Ihr Versager aber habt das Thema verfehlt und zwei eindimensionale Gegenwartsstorys über "Sabine Christiansen" und "Guido Westerwelle" eingewoben, lauter wirre Handlungsstränge eröffnet, und wirklich beschissene - BESCHISSENE - Dialoge geschrieben. Anscheinend hatten eure Schauspieler dann auch keine so rechte Lust, etwas anderes zu machen, als laienhaft Texte aufzusagen.
Aber wie kommt ihr auf die grottige Idee, ausgerechnet den Hochstapler Ostrowsky im Tatort aufzuwerten? War mein Text über diesen Vogel denn wirklich so schwer zu finden?
Und bei so viel Einfalt wundert es mich nicht, wenn ihr dann Nöte von Drehbuchautoren mit Filesharing erklären wollt. Macht doch mal lieber eine Story über Drehbuchkriminalität - etwa beim Verticken von Tatort-Drehbüchern durch NDR-Leute.
Da sag ich nur: Geht sterben!
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https://kanzleikompa.de/2012/10/15/liebe-tatort-autoren/
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