Bundesnachrichtendienst in Verlegenheit
In den 1980er Jahren kam es in Europa zu einer Serie an geheimnisvollen Attentaten, etwa das beim Münchner Oktoberfest. Auch in Luxemburg wurden etliche Objekte gesprengt. Im Rahmen eines Prozesses leisten dort die Strafverteidiger(!) und Journalisten die Aufklärung. Etliche Beweismittel verschwanden. Nun hat er Sohn eines hochrangigen BND-Agenten in einer eidesstattlichen Versicherung ausgesagt, dass sein Vater gemeinsam mit dem Chef des Luxemburger Geheimdienstes die Inszenierung der Terroranschläge koordiniert hatte. Durch den Terror sollte die genasführte Bevölkerung gegen den Kommunismus und damit auf die NATO eingeschworen werden.
Obwohl der Prozess denkbar spektakulär ist und offensichtlich höchste Kreise verstrickt sind, hat die deutsche Presse bislang den Fall ausgelassen. Letzte Woche hat der Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele, Mitglied des parlamentarischen Kontrollgremiums der Geheimdienste, unter Bezug auf meine Berichterstattung eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt. In Pullach dürften die Schlapphüte derzeit Schnappatmung haben.
Erst seit dieser Woche haben auch zwei überregionale deutsche Medienhäuser mit der Recherche begonnen. Auf Heise habe ich wie folgt berichtet:
- Luxemburger zweifeln an ihrem Geheimdienst - Nachrichtendienst soll durchleuchtet werden (23.12.2012)
- In Luxemburg kocht Stay Behind hoch - Ein Geheimdienstprozess erschüttert das Großherzogtum (27.02.2013)
- "Ich bin der Bombenleger"- Luxemburger Geheimdienstprozess wird immer bizarrer (14.03.2013)
- Hoffmanns Erzählungen, ein singendes totes Cello und ein geheimer Plan Luxemburger Geheimdienstaffäre beschäftigt nun auch die deutsche Bundesregierung (17.03.2013)
- PsyOps in Luxemburg - welche Rolle spielte der BND? - Die vorgetäuschten Terroranschläge bringen die Geheimdienste in Verlegenheit (19.03.2013)
Derzeit hat man in Luxemburg einen verstorbenen "verwirrten Alleintäter" im Angebot, auf den man die Aktionen schieben könnte. Jedoch wurden von Zeugen vier Täter gesehen. Doch solche Ungereimtheiten hatten auch beim Oktoberfestattentäter nicht gestört, wo ebenfalls noch weitere Täter beobachtet wurden. Verwirrte Alleintäter hat man öfters, etwa beim Reichstagsbrand, bei den Ermordungen von John F. Kennedy, Robert Kennedy und Martin Luther King.
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https://kanzleikompa.de/2013/03/21/bundesnachrichtendienst-in-verlegenheit/
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