BILD-Kampagne importiert Holofernes' "Ich glaub, es hackt"-Absage

Nachdem Sängerin Judith Holofernes von "Wir sind Helden" die ungeschickte PR-Anfrage an sie öffentlich machte und einen Rant "Ich glaub, es hackt!" auf die BILD-Zeitung abfeuerte, waren sogar einige Server aufgrund des unerwarteten Interesses in die Knie gegangen.
Die blamierte BILD-Zeitung konterte diesen Angriff auf ihre (nennen wir es mal) Glaubwürdigkeit in einer wohl unerwarteten Weise: Statt diese Peinlichkeit wie manch ein Minister einfach auszusitzen und das arrogante Feindbild zu bedienen, haben die BILDerer den Nerv, ausgerechnet die schmerzlichen Zeilen von Holofernes in ihrer Werbung wiederzugeben.
Kommunikativ knüpft BILD mit diesem ungewöhnlichen Schachzug an die Blog-Aktion von Kai Diekmann an, als der BILD-Chef dem BILDBlog den Wind aus den Segeln nehmen wollte (und ein Stück weit auch wohl hat). An einem Wochenende, an dem DER SPIEGEL mit einem für BILD unerfreulichen Titel aufmacht, war das eine nicht ungewitzte PR-Maßnahme.
Wir dürfen gespannt sein, wie die BILD ihren Lesern diese Woche den unausweichlichen Rücktritt von "Dr." zu Guttenberg kommunizieren wird, dem sie unangemessen hartnäckig die Treue hielt.
Ursprünglich veröffentlicht unter
https://kanzleikompa.de/2011/02/27/bild-kampagne-importiert-holofernes-ich-glaub-es-hackt-absage/
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