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Rechtsanwalt Markus Kompa – Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Köln
Blog zum Medienrecht


Dr. Michael Blume ist ein begabter Dummschwätzer

Seit ca. 15 Jahren schreibe ich für das politische Internetmagazin TELEPOLIS oft über historische nachrichtendienstliche Themen. Ich bin praktisch der einzige Publizist im deutschsprachigen Internet, der regelmäßig freigegebene Geheimdienstdokumente kommentiert. Eine 2013 erschienene Sammlung COLD WAR LEAKS zum Thema ist das mit Abstand am meisten verkaufte TEPLEPOLIS-ePub überhaupt.

Meine Artikel werden typischerweise nur von Intellektuellen gefunden und nur von überdurchschnittlich intelligenten Menschen zuende gelesen. Daher kann ich es mir leisten, meine Beiträge am Ende mit Sarkasmus auszuleiten, da meine Leserschaft diesen mit einiger Sicherheit erkennt und versteht. Gestern jedoch habe ich meinen dümmst anzunehmenden Leser kennengelernt.

2017 schrieb ich zum Jahrestag des berühmt-berüchtigten Dispatches der CIA von 1967, als der US-Geheimdienst sich veranlasst sah, Zweifler an der Magic Bullet-Theorie als „Verschwörungstheoretiker“ zu diskreditieren. Damals hatte ich -- meinem damaligen Wissensstand entsprechend -- geschrieben, dass der Begriff conspiracy theorie -- Verschwörungstheorie -- erstmals von der CIA verwendet worden sei. Eigentlich ging es mir um die Personalisierung und Psychologisierung durch den Kampfbegriff „Verschwörungstheoretiker“, der einzig dazu dient, abweichende Meinungen zu verbrämen und unerwünschte Kritiker persönlich zu diskreditieren.

Jemand wies zutreffend im Leserforum darauf hin, dass der Begriff „Verschwörungstheorie“ schon vorher benutzt worden sei. Mag sein, ich lerne gerne dazu. Als psychologischer Kampfbegriff wurde allerdings „Verschwörungsheoretiker“ -- soweit es mir bekannt ist -- erstmals durch den CIA-Dispatch geprägt. Darum ging es, nicht um germanistische Spitzfindigkeiten weltfremder Akademiker.

So erlaubte ich mir den Sarkasmus, dass sich offenbar noch heute die Journalisten an diese (in den 70er Jahren bekannt gewordene) Anweisung halten, da sie hierzulande nicht mehr kritisch zum Attentat auf JFK schreiben. Nun warf mir mein spezieller Leser mit dem Lasergehirn vor, ich würde ernsthaft unterstellen, die CIA steuere heute noch die Journalisten (was sie 1967 unstreitig tat, siehe Operation Mockingbird). Der mit Sarkasmus überforderte Mensch fragte mich ernsthaft persönlich, ob ich denn nicht den Widerspruch erkenne? m(

Und dieser mentale Minderleister hat offenbar eine Paranoia vor (angeblichen) Verschwörungstheoritikern, die ihm (angeblich) andichten, von der CIA gesteuert zu sein. Mit anderen Worten: Er ist selbst ein Verschwörungstheoretiker, der sich an bedrohlichen Dritten profiliert.

Nun mag dieses schlichte Gemüt zwar nicht der einzige Zeitgenosse sein, dem man Pointen eines Witzes erklären muss. Er ist allerdings der einzige, der es mit nur einem einzigen Satz spielend schafft, jeglichen Anschein von Intelligenz zuverlässig zu beseitigen:

„Und dieser Skandal wurde öffentlich, weil auch dieses CIA-Dokument, wie es das Gesetz verlangte, nach 70 Jahren endlich gegenüber Parlament und Öffentlichkeit freigegeben wurde.“

  1. Ein Dokument von 1967, das per Gesetz nach 70 Jahren freigegeben wird, würden wir nicht vor 2037 sehen.
  2. Die 70-Jahresfrist hat sich der Klugschreiber aus den Fingern gesogen. Eine solche gibt es weder im Freedom of Information-Act noch im JFK-Act.
  3. Das Dokument wurde bereits in den 70er Jahren auf politischen Druck feigegeben -- was Dr. Allwissend in meinem Artikel hätte nachlesen können (würde er zu meiner lesekompetenten Zielgruppe gehören).

Der Druck, aufgrund dessen die Dokumente freigegeben wurden, resultiert übrigens aus einer bis 2014 geheim gehaltenen Verschwörung.

Wollen Sie nach dieser bescheidenen Arbeitsprobe wirklich noch mehr von diesem Zeitgenossen erfahren? Also gut, aber ich habe Sie vor dem nun folgenden Elend gewarnt!

Normalerweise ziehe ich die Auseinandersetzung in der Sache vor und vermeide ad-hominem-Angriffe. Im Fall des Herrn Dr. Michael Blume allerdings habe ich den Eindruck, dass dieser Autor ruhig seine eigene Medizin kosten sollte. Herr Doktor hat mir nämlich für seinen geistigen Amoklauf im Internet nachgestalkt und suggeriert polemisch Verschwörungen mit Personen, mit denen ich mich mal unterhalten habe. Hoffentlich findet der Denunziant nicht heraus, dass zu meinen Mandanten ehemalige Safeknacker, Geheimagenten, Kleriker und Politiker aller Parteien gehören …

Herr Dr. Michael Blume firmiert als Religionswissenschaftler. Ich persönlich tue mich bereits schwer damit, die Begriffe „Religion“ und „Wissenschaft“ zu kombinieren. Die arme Seele allerdings bekennt sich nicht nur zur christlichen Verschwörungstheorie (der Teufel/die Heiden/die Ketzer haben sich gegen die Christen verschworen). Während mir bereits eine einzige Religion in sich zu widersprüchlich wäre, erzieht der gute Mann nämlich seine Kinder gleichzeitig (!) auch muslimisch. Er bewegt sich also in zwei Glaubenssystemen und doziert anderen von Verschwörungstheorien -- genau mein Humor.

Dieser Mensch ist also kein Wissenschaftler, sondern ein Glaubenschaftler. Das erklärt seine Neigung zu Trugschlüssen, zum Predigen und zur Verteufelung anderer. Bekommen Religionswissenschaftler eigentlich ihre Doktortitel auch so billig wie Mediziner? Mein gestriger Versuch, mit dem Mann zu kommunizieren (statt über ihn) stimulierte weitere arrogante Arbeitsproben seiner überschaubaren Kompetenz. Letztere war schon anderen aufgefallen.

So weit, so peinlich. Der Spaß hört aber auf, wenn mich Dr. Seltsam mit angeblichen Verschwörerungstheoretikern verschwört und diese auf eine sehr konstruierte Weise mit Antisemitismus assoziiert. Das ist schon deshalb irrwitzig, weil im Nachkriegsdeutschland die öffentliche Meinung den Holocaust lange als Mythos abtat, was einem Synonym zur Verschwörungstheorie gleichkommt.

Zum Mitmeißeln: Ich vertrete anwaltlich etliche Personen etwa jüdischen Glaubens, u.a. auch gegen Antisemiten. Der prominenteste Israeli der Welt ist ein persönlicher Freund von mir. Das wirklich Letzte, was ich mir bieten lassen muss, wäre die Assoziation mit Antisemitismus -- erst recht nicht von einer intellektuellen Amöbe wie Herrn Dr. Michael Blume.

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Autor:
admin
Datum:
28. April 2020 um 00:16
Category:
Allgemein
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